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Schiffsmechaniker
Schiffsmechaniker/innen bedienen, reparieren und warten die Maschinen und technischen Anlagen an Bord eines Schiffes und führen Instandhaltungsarbeiten an durch.
Die technischen Anlagen an Bord eines Schiffes sind ihr Zuständigkeitsbereich: Im Maschinenraum bedienen, reparieren und warten Schiffsmechaniker/innen die Maschinen und Anlagen. An Deck führen sie Instandhaltungsarbeiten durch. Außerdem übernehmen sie Wachdienste, sowohl auf der Kommandobrücke als auch im Maschinenraum. Sie bedienen die Ladeeinrichtungen sowie die Einrichtungen zum Losmachen und Festmachen des Schiffes. Darüber hinaus kontrollieren sie die Sicherheitseinrichtungen an Bord und halten die Rettungsgeräte betriebsbereit.
Schiffsmechaniker/innen arbeiten in allen Bereichen der Küsten- und Seeschifffahrt, im Güterverkehr und im Passagierverkehr. In der Linienfahrt fahren sie auf festen Seerouten, in der Trampfahrt auf wechselnden Routen. Ihr Einsatzgebiet kann sich auf alle Weltmeere erstrecken. Auch in der Hochsee- und Küstenfischerei, bei der Marine und der Küstenwache (Bundespolizei), den Wasserwirtschafts- und Schifffahrtsämtern können sie Beschäftigung finden.
Sie arbeiten auf dem gesamten Schiff, auf und unter Deck. Überall, wo es etwas zu kontrollieren, zu überwachen, zu sichern und zu reparieren gibt, sind sie anzutreffen, im Maschinenraum und auf der Brücke, im Laderaum und an den Klimaaggregaten, in den Versorgungsgängen und an den Rettungsbooten. Dabei entscheidet der Schiffstyp, an welchen Aggregaten Schiffsmechaniker/innen arbeiten. Bei Lade- und Reparaturarbeiten sind sie auch im Hafen tätig.
Schiffsmechaniker und -mechanikerinnen sind im Schichtdienst tätig. Dabei fällt natürlich auch Nacht- und Sonn- bzw. Feiertagsarbeit an. Für den Notfall müssen sie in dauernder Einsatzbereitschaft sein. Auch zu Überstunden kann es kommen, z.B. bei dringenden Reparaturen oder dem (krankheitsbedingten) Ausfall von Besatzungsmitgliedern.
Grundsätzlich regelt das Seemannsgesetz die Arbeitszeiten auf See. Danach beträgt die tägliche Höchstarbeitszeit 14, die wöchentliche 72 Stunden. Auch die Mindestruhezeiten sind festgelegt: 10 Stunden täglich, 77 Stunden wöchentlich.
Häufig arbeiten Schiffsmechaniker/innen allein unter Deck und an Deck. Sie sind bei Wind und Wetter tätig, in den Eismeeren wie in den Tropen, zu jeder Tages- und Nachtzeit, im Sommer wie im Winter. Sie leben und arbeiten während einer Fahrt mit den anderen Besatzungsmitgliedern auf engem Raum zusammen.
Im Motorenraum kann es laut sein. Der Umgang mit Ölen, Fetten und Chemikalien ist zum Teil mit Gerüchen und Schmutzarbeiten verbunden. Hinzu kommen Vibrationen und ein stets schwankender Boden. Die Unfallgefahr ist allgegenwärtig. Die Sicherheitsvorschriften müssen daher strikt eingehalten werden. Sicherheit wird auf Schiffen groß geschrieben. Schiffsmechaniker/innen prüfen und warten viele Rettungsgeräte und Sicherheitseinrichtungen. Von ihrer Sorgfalt hängt nicht nur ihr eigenes Leben ab. Welche Schutzkleidung getragen wird, bestimmt die Situation.
Schiffsmechaniker/innen arbeiten auf Containerschiffen, Öl- und Gastankern, Massengutfrachtern, Kühlschiffen, Fangschiffen, Roll-on-/Roll-off-Fähren, Kreuzfahrtschiffen oder Seenotrettungskreuzern, die alle unterschiedlich konstruiert und mit unterschiedlichen Aggregaten und Anlagen ausgestattet sind.
Um die Maschinen und Anlagen an Bord der Schiffe reparieren zu können, brauchen Schiffsmechaniker und -mechanikerinnen Schweißgeräte, Bohrer, Lötgeräte und andere Metallbearbeitungswerkzeuge. Sie kommen dabei mit Fetten und Schmiermitteln in Kontakt, bei Ausbesserungsarbeiten auch mit Farben, Lacken und Reinigungsmitteln. Zum Festmachen der Schiffe benutzen sie Wurfleinen, Trossen und Taue. Im Hafen bedienen sie Kräne und andere Ladungs- und Umschlageinrichtungen, die je nach Schiffstyp sehr unterschiedlich sein können.
Beim Dienst auf der Brücke kontrollieren sie Schiffsdaten mit Hilfe nautischer und meteorologischer Messinstrumente. Schiffsmechaniker/innen überprüfen regelmäßig alle Rettungsmittel und Brandabwehranlagen.
Sie tragen Ölzeug und Schutzwesten.
Schiffsmechaniker/innen leben und arbeiten während einer Fahrt mit den anderen Besatzungsmitgliedern auf engem Raum zusammen. Die Mannschaften stammen häufig aus verschiedenen Ländern. Deshalb sind Englischkenntnisse von großem Vorteil. Je nach Mannschaftszusammensetzung sind auch andere Fremdsprachenkenntnisse von Vorteil.
Beim Laden und Löschen haben sie Kontakt zum Hafenpersonal und verständigen sich zur Not mit Handzeichen. Im Einzelfall besteht auch Kontakt zu Passagieren und Vertretern der Hafen- und Schifffahrtsbehörden sowie zu Reedereiangehörigen.
Die Kontaktmöglichkeiten zur Heimat haben sich durch neue Telekommunikationstechniken verbessert.
Beschäftigung finden Schiffsmechaniker/innen in Betrieben der Seeschifffahrt. Spezialisieren können sie sich z.B. auf eine Tätigkeit als Schiffsmechaniker/in im Decks- bzw. Maschinendienst oder als Pumpenmann/-frau.
Mit dem erfolgreichen Abschluss der Berufsausbildung ist die berufliche Bildung nicht beendet. Um im Beruf auf dem Laufenden zu bleiben, müssen sich Schiffsmechaniker/innen z.B. über neue Geräte, Maschinen und technische Anlagen informieren, die auf Schiffen installiert werden können. Dazu können sie geeignete Seminare und Kurse belegen. Mögliche Themen sind Schiffssicherung, Gefahrgut, Sprechfunkzeugnisse für den Seefunkdienst und in der Binnenschifffahrt, Schiffsmotoren oder Hebezeugbetrieb.
Darüber hinaus können Schiffsmechaniker/innen eine Fortbildung absolvieren, z.B. als Maschinentechniker/in oder Nautische/r Schiffsoffizier/in für Schiffe aller Größen/weltweit.
Für Personen mit einer Hochschulzugangsberechtigung ist ebenso ein Studium denkbar, z.B. der Nautik oder des Ingenieurwesens für Seeverkehr. Welche Zulassungsbedingungen hierzu in den einzelnen Bundesländern für Schiffsmechaniker/innen ohne schulische Hochschulreife vorliegen, finden Sie unter:
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